Deutscher Bundestag, Berlin

Zwischen 1995 und 1999 wurde das 1884 bis 1894 gebaute Reichstagsgebäude zur Nutzung für den Deutschen Bundestag umgebaut. Architekt war der englische Lord Norman Foster.

Ende Juli 1995, gleich nach dem Ende der Episode „Verhüllter Reichstag“ begannen die eigentlichen Umbauarbeiten. Zunächst wurden die Um- und Einbauten Baumgartens aus den 1960er-Jahren beseitigt, 45.000 Tonnen Schutt waren abzutransportieren. Um die Stabilität des geänderten Gebäudes zu garantieren, kamen zu den 2300 Stützpfählen, die Paul Wallot einst im Untergrund des Gebäudes versenken ließ, 90 neue hinzu.

Mit dem Rohbau konnte im Juni 1996 begonnen werden. Im Zentrum des Gebäudes entstand ein Neubau im Altbau. Er umfasst hauptsächlich den Plenarsaal, der sich über alle drei Hauptgeschosse erstreckt. Der Penarsaal sowie das repräsentative Treppenhaus wurden mit geschliffenem OBERNKIRCHENER SANDSTEIN® verkleidet.

Die Nord- und Südflügel, etwa zwei Drittel des Gebäudes, verblieben als historischer Bestand und wurden lediglich saniert. Der Plenarsaal ist 1200 m² groß (bei Wallot waren es 640 m², bei Baumgarten 1375 m²) und wurde so verändert, dass das Präsidium jetzt wieder auf der Ostseite platziert ist wie in der Anfangszeit des Gebäudes. Besucher erreichen die Tribünen im Plenum über ein eigens eingebautes Zwischengeschoss. Die dritte Etage ist den Abgeordneten bzw. den Fraktionen vorbehalten. Im Neubau kamen Sichtbeton, Glas und Stahl zum Einsatz, im Altbaubereich vorwiegend Kalkstein und OBERNKIRCHENER SANDSTEIN® in hellen, warmen Farbtönen. Ein neu entwickeltes Farbkonzept soll zur Übersichtlichkeit im Gebäude beitragen. Insgesamt neun, zum Teil sehr kräftige Farben kennzeichnen verschiedene Bereiche.

Plenarsaal des Deutschen Bundestages in Berlin Reichstagsbebäude, Berlin. Architekt Lord Norman Foster

Nach oben